LEA | Labor für Experimentelle Archäologie

Stellung im RGZM

Der Kompetenzbereich Experimentelle Archäologie erweitert die technikarchäologische Infrastruktur des RGZM. Im Labor des Kompetenzbereiches können insbesondere Rekonstruktionen vor- und frühgeschichtlicher Produktions- und  Gewerbeanlagen auf ihre Plausibilität und ihren Wirkungsgrad hin erprobt werden. Am Standort Mayen ist das Labor eng verbunden mit dem Forschungsbereich „Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte“ (VAT), mit dem es technik- und experimentalarchäologische Arbeitsfelder in Forschung und Wissenschaftspädagogik teilt. Die Vermittlungspotenziale der Experimentellen Archäologie werden für die wissenschaftspädagogische Arbeit im Vulkanpark genutzt, deren Grundlagen von beiden Kompetenzbereichen gemeinsam erarbeitet werden. Mit der Einrichtung des Kompetenzbereiches „Experimentelle Archäologie“ wird die Forschungsinfrastruktur in den Bereichen Technikgeschichte und Materialforschung am RGZM sowie deren Vermittlung  in die Öffentlichkeit deutlich gestärkt und verzahnt.

Im Kompetenzbereich „Experimentelle Archäologie“ besteht ein besonderes Interesse an der Zusammenarbeit mit Handwerkern und Spezialisten, die über überdurchschnittliche technische Prozessroutinen und Erfahrungen verfügen. Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt regelhaft außerhalb der Wissenschaft. Für die genannten Personengruppen werden flexible Angebote entwickelt, damit sich die Angehörigen regelmäßig auch über längere Zeiträume in Forschung und Wissenschaftsvermittlung einbringen können (Citizen Science).

Experimentelle Archäologie als Bestandteil einer Historischen Anthropologie

Wiederkehrendes Merkmal archäologischer Experimente ist das Bemühen um die Rekonstruktion technischer Prozesse, ausgehend von der Interpretation von Herstellungs- und Gebrauchsspuren menschlicher Artefakte. Basis sind jeweils zeit- und ortsgebundene technikhistorische Quellen, die unterschiedliche Fragestellungen aufwerfen. Allen diesen Ansätzen ist jedoch gemeinsam, dass sie auf den Technikeinsatz des Menschen zur Gestaltung seiner Umwelt nach seinen Bedürfnissen abzielen. Ziel einer Zusammenführung und Auswertung der so gewonnenen Ergebnisse wäre die Herausarbeitung des Faktors Technik als konstitutives Element menschlicher Existenz und seine Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung. Bisher ist ein solcher Versuch, der unter Einbeziehung weiterer materialorientierter, historisch forschender Disziplinen erfolgen müsste, ein Desiderat. Der Kompetenzbereich Experimentelle Archäologie greift bei seinen Forschungsbestrebungen in diesem Bereich gleichermaßen auf kultur- und naturwissenschaftliche Konzepte und Forschungsansätze zurück.

Für die nachhaltige Etablierung und Institutionalisierung der Experimentellen Archäologie in der deutschsprachigen Forschungslandschaft erscheint diese Ausrichtung langfristig unverzichtbar.

Kompetenzbereich Experimentelle Archäologie
An den Mühlsteinen 7
56727 Mayen

Tel.: +49 (0) 2651 / 70060-21
Fax: +49 (0) 2651 / 70060-60